Email an Keltenkalk Vertrieb

Hallo,

Der keltenkalk ist stets mein treuer Begleiter wenns an die Felsen geht, mir gefällt die liebevolle Gestaltung und Übersicht gut. Bis ich grade eben auf S.177 (Abschnitt Holzschlag) auf eine Wortwahl gestoßen bin, die einfach extrem respektlos und unangemessen ist: auch wenn der Autor empfindet, dass zu viele Haken eingebohrt sind ud sich das alles besser über Keile sichern ließe, ist es einfach nur extrem daneben einen Felsriss als “brutal vergewaltigt” zu bezeichnen. Ich möchte klettern gehen und mich entspannen und nicht in einem Toposbuch an Vergewaltigung und sexualisierte Übergriffe die Alltag und Teil von vielen Frauen*leben sind, erinnert werden. (Und ebenso andere Klettererinnen die dieses Buch benutzen). Bitte in der nächsten Ausgabe berücksichtigen, dass Vergewaltigung einen machtvollen Übergriff auf Körper und Psyche von Menschen darstellen, und nicht das Einbohren von Sportkletterrouten - das (wenn auch wahrscheinlich nicht beabsichtigte) Gleichzusetzen mit traumatischen Erfahrungen und Verletzungen ist respektlos und verachtend gegenüber Überlebenden und Opfern (die klettern gehen aber auch aus Prinzip). Das Wort kann und soll nicht aus seinem Bedeutungskontext gerissen und im Sprachgebrauch “normalisiert” werden. Also, falls irgendwann ein Keltenkalk 4 rauskommt, wäre ich und viele andere froh, wenn solche Formulierungen nicht mehr vorkommen.

Mir freundlichen Grüßen
Flummi

This is an event I’m organising, you are welcome to send us your workshop/input contributions until: 15th August 2012 - office@kukuma.info

Four days full of kick-ass workshops, DJ*anes, movies and discussions! Networking, exchanging and learning new perspectives on queer-feminism, making your project stronger, giving your ideas a feminist input, discussing sexism in self-organised DIY projects…

Die “jetset” - Rubrik im Kurier, gestaltet von Barbara Reiter. Und hier meine Antwort an sie:

Sehr geehrte Fr. Reiter,

Für mich stellen sich nach dem Lesen ihrer Rubrik (vom 23.Juni) drei Fragen:

1. Wieso verwenden Sie den Begriff Kampflesbe? Kampflesbe ist bis heute eine niveaulose, diffamierende Beleidigung - insbesondere mit der ewigen Betonung der raspelkurzen Haare wird ein Stereotyp reproduziert.
Und natürlich müssen der (Ex-)Mann und die zwei Kinder erwähnt werden, damit Nixon trotz ihrer derzeitigen selbstgewählten Lebensweise noch als halbwegs “normal” durchgeht. 

2. Ab wann ist jemand “männlich”? Weil Bastian Schweinsteiger andere Gesichtszüge hat als das “Milchbubi” (ebenfalls eine Beleidigung) Prinz Harry? Männer - die starken, edlen, stählernen Maschinen - genau. Wir sind aber bereits im 21.Jahrhundert angelangt - wollen wir solche Benennungen und damit eingehende traditionelle Geschlechterbilder tatsächlich fortsetzen?

3. Sind nackte, weibliche Brüste tatsächlich so spektakulär heutzutage? Waren sie das jemals? Bei den Milliarden berbeiteten, medialen Bildern würde ich mich freuen, wenn Sie auf eine Sexualisierung und Hervorhebung dieses Körperteils verzichten. 

Vielen Dank fürs Lesen,

Mit freundlichen Grüßen,

[Riot-Grrrl]

Die “jetset” - Rubrik im Kurier, gestaltet von Barbara Reiter. Und hier meine Antwort an sie:

Sehr geehrte Fr. Reiter,

Für mich stellen sich nach dem Lesen ihrer Rubrik (vom 23.Juni) drei Fragen:

1. Wieso verwenden Sie den Begriff Kampflesbe? Kampflesbe ist bis heute eine niveaulose, diffamierende Beleidigung - insbesondere mit der ewigen Betonung der raspelkurzen Haare wird ein Stereotyp reproduziert.
Und natürlich müssen der (Ex-)Mann und die zwei Kinder erwähnt werden, damit Nixon trotz ihrer derzeitigen selbstgewählten Lebensweise noch als halbwegs “normal” durchgeht.

2. Ab wann ist jemand “männlich”? Weil Bastian Schweinsteiger andere Gesichtszüge hat als das “Milchbubi” (ebenfalls eine Beleidigung) Prinz Harry? Männer - die starken, edlen, stählernen Maschinen - genau. Wir sind aber bereits im 21.Jahrhundert angelangt - wollen wir solche Benennungen und damit eingehende traditionelle Geschlechterbilder tatsächlich fortsetzen?

3. Sind nackte, weibliche Brüste tatsächlich so spektakulär heutzutage? Waren sie das jemals? Bei den Milliarden berbeiteten, medialen Bildern würde ich mich freuen, wenn Sie auf eine Sexualisierung und Hervorhebung dieses Körperteils verzichten.

Vielen Dank fürs Lesen,

Mit freundlichen Grüßen,

[Riot-Grrrl]

olenskae:

Durex UK posted this on their Facebook page on Wednesday, with the caption “Poor woman…(or maybe lucky one)?”

Maybe I’ve had a complete sense of humour failure, rendering me with a complete inability to see a picture of an injured women with plasters on her face as anything but a woman…

Alltag als frau*

Kennt ihr das gefühl, wenn ein wunderschöner und fröhlicher tag durch einen kleinen blick, einen kleinen wortwechsel zunichte gemacht wird?
Wenn der auslöser wieder mal, wie auch anders, sexistische und übergriffige kackscheisse ist? Wenn ich gezwungen bin, das nächste mal einen anderen weg zu nehmen, damit mir nicht noch einmal so eine situation wiederfährt?
Wenn ich noch minuten danach stinksauer, aggressiv und voller hassgefühle bin?
Kurz, wenn meine lebensqualität erheblich beeinträchtigt wird.
Ich war auf dem heimweg von einem schönen kletterausflug. Gute laune. Beschwerdefrei. Spaziere die straße entlang zu meinem haustor, zwei personen unterhalten sich.
Gleich neben dem haustor gibts ein kleines leder- und schustergeschäft. Der chef ist ein ekelhafter, sich anbiedender macho, dem respekt ein fremdwort ist. Er matscht* zu seinem geschäft, wo ein anderer typ auf ihn wartet. Als ich an ihm vorbeigehe zur haustür, spür ich, dass sicher gleich was passiert.
Und siehe da: “Hallo Frau Nachbar!” (Frau Nachbar? Seriously?) kommt ihm mit einem unglaublich abschätzigen ton heraus. Er hätte auch gleich die fresse halten können. Kann er aber nicht. Ich sperre die haustür auf und grummel was vor mich hin, und meine dass er sich das sparen kann.
Dann, als ich schon einige meter in der hauseinfahrt stehe, kommt noch folgendes nach: “ich wollte nett sein…fotze.”
Merkwürdige vorstellung von nett-sein.
Ich halts nicht aus, dreh mich um und sag ihm ins gesicht, dass er scheisse redet und ob er schlecht drauf ist. Er verneint und meint wieder, er wolle nett sein - und dann platzt seine wahre absicht endlich aus ihm raus: ich mach das nicht für dich, sondern für mich.
Okay…wenn es dir dann besser geht du niveauloses wesen. Ich schimpfe zurück, aber es kommt ohnehin nicht an.
Es tut weh, es geht nahe. Immer so bei geschlechtsspezifischen beschimpfungen - gibt ja für frauen* auch viele eigene bezeichnungen.
Was noch schlimmer ist, ist dieses gefühl der macht, der raumaneignung, die der typ für sich beansprucht. Ich soll mich da nicht wohl fühlen. Ich soll nicht einfach zu meinem haus spazieren dürfen. Ich bin in seinem weltbild dazu da, kommentiert, bewertet, angelächelt, angestarrt und abfällig gegrüßt zu werden.
Ich hab vor einiger zeit einen selbstverteidigungskurs gemacht. Die übungen waren gut und sind auf jeden fall einsatzfähig - aber in solchen momenten überrollt mich der zorn wie eine welle und ich krieg nur mehr schimpfwörter raus. Ich hab keine kontrolle mehr über die situation.
Nachher stell ich mir oft vor, wie ich ihn wie ein karate-star fertig mache. Aber so einfach läufts leider nicht. Ich lebe hier noch länger und habe das recht, mich frei zu bewegen ohne lästig angequatscht zu werden.

*matschen = hab ich erfunden für die gehweise der machos und hypermaskulinen chauvis, mit den händen in den hosentaschen, abcheckender blick nach rechts und links (aus macho + hatschen = wienerisch für langsam oder lange gehen)

That’s me most likely… :]

That’s me most likely… :]

Today I’ll merge and comment on two of my lifetime passions: feminism and climbing - why not put them together and analyze which role gender apparently plays in the climbing scene.

I recently bought this book “free solo” from Alexander Huber - a professional free climber himself. He tells the history of free climbing by giving examples and small text passages of famous and internationally known free climbers such as Alain Robert, John Bachar, Peter Croft… all along with stunning pictures and insights in the unique mindset of these free climbers.

My feminist view-point keeps reminding me of how often HIStory telling and highlighting the “big and brilliant men* in science, art, music, sports, politics…” is neglecting and marginalizing openly or implicitly the fact that there was a (maybe much smaller, due to patriarchal mechanisms, but nevertheless active) part of women* pursuing their goals in any of these areas. Sports history and performances can be examined with the category of gender - why and how are women* and LGBTIQs excluded in medial presentations, huge events and the management behind. I didn’t do a lot of research when it comes to climbing history, but it was disappointing to see only one woman* (Steph Davis) representing female free-climbers in this book. The description is not sexist but mentions her big successes - she was the first woman* to climb and free solo pervertical sanctuary and the north face. That is true but there are other achievements comparable to her skills.

Where the heck are Catherine Destivelle, Lynn Hill, Bev Johnson, Robyn Erbesfield, Katie Brown and many others from recent times? Of course, the book couldn’t include all of them and everyone, because the focus is on free soloing, still mostly done by men. But a book about free soloing which forgets to include Catherine Destivelle and Lynn Hill is making a part of climbing history invisible. Women* are actively involved since the 1970s and who knows even longer before alpinism started.

Climbing & Gender - viewed from a herstory perspective: http://www.womenclimbing.com/climb/

Climbing is a team sport, without a reliable partner you won’t go far - and as long as I’m climbing I got in touch with the nicest and most respectful of all people, but I can’t overlook gender dynamics in this sport - it’s not free from stereotypes and body norms (comments on strenght or technique are typically gendered) and it can make you feel uneasy or unwanted on the spot when dudes are bragging about their newest 5.12a done, squatting and gazing at you bouldering with shorts on.

Therefore: we need more women’s climbing organizations - Women* and girls and other genders (<3) are present in the climbing and alpinist scene!

http://www.sheclimbs-ba.org/

The reason I posted the second picture of Steph Davis posing for Maxim lad’s magazine is that I hate glamour modeling for many reasons I won’t discuss right now. It’s like - getting more attention - half-naked and photoshopped (?) with a thousand greedy eyes consuming her body. Is that necessary? If she wants to be a model, there are other options but not a men’s magazine promoting sexist ideas. #grrr #riotsnotdiets